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Einrichtungsbezogene Geldverwaltung

kallijipp/photocase.de
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Thorsten Garske

Klient*innen des Ambulant betreuten Wohnens kennen das zukünftige Verfahren schon seit vielen Jahren. Vor allem für Menschen, die in Wohneinrichtungen leben, ist jedoch der Grundsatz „Aufteilung der Leistungen für alle“ des Bundes-Teilhabe-Gesetzes noch ein wenig neu. Bisher wurde für sie ein sog. Tagessatz an das Sozialwerk St. Georg gezahlt, von dem dann u.a. der Barbeitrag, das  Bekleidungsgeld  und Essensgeld ausbezahlt wurde. Dieses Verfahren wird es für erwachsene Menschen in naher Zukunft nicht mehr geben. 

Dann werden Klient*innen, die in einer Wohneinrichtung leben, grundsätzlich sog. existenzsichernde Leistungen vom örtlichen Sozialamt (Stadt bzw. Kreis) bekommen. Von der Grundsicherung bzw. Hilfe zum Lebensunterhalt müssen Ssie alle Ausgaben des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Bekleidung, Hygieneartikel, Freizeit usw. selbst bezahlen. Damit der Geldbetrag vom beim Sozialamt beantragt (wir werden Sie rechtzeitig informieren) und von diesem entsprechend ausgezahlt werden kann, ist zwingend ein Bankkonto von dem oder für den Leistungsberechtigten erforderlich. 

Schon heute verfügen ca. 80% der Klient*innen, die in einer Wohneinrichtung des Sozialwerks in Südwestfalen leben, über ein eigenes Girokonto. Auch für Menschen mit umfangreichen Assistenzbedarfen oder bei Menschen, die aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung kaum ein Verständnis für den Umgang mit Geld entwickeln können ist der regelmäßige Gang mit dem Persönlichen Assistenten zum Geldinstitut selbstverständlicher geworden. Dazu stimmen die Einrichtungen vor Ort mit allen Beteiligten vorher, die individuelle und angemessene Assistenz bei der Verwaltung des Geldbetrages, bei Bankgeschäften oder Überweisungen ab. So sind nach und nach für die Klient*innen im Unternehmensbereich Westfalen-Süd, viele gute und praktikable Ideen für mehr Teilhabe im Umgang mit dem eigenen Geld entstanden.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Udo Adamini (Dienstag, 30 Oktober 2018 09:54)

    Da die existenzsichernde Leistungen des Klienten/in zur Finanzierung seiner stationären Unterbringung herangezogen werden, bleibt die Frage, ob für ihn/sie ein anteiliger Barbetrag zur freien Verfügung bleibt. Ohne einen Barbetrag dürften evtl. Angebote zur Teilhabe nicht nutzbar sein.

  • #2

    Thorsten Garske (Donnerstag, 08 November 2018 12:53)

    "Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!
    Gerne nehmen wir Ihre Anregung auf. In Kürze werden wir zu der Frage einen Blog mit dem Thema finanzielle Mittel und die künftige Beantragung von Leistungen für Klient*innen im Sozialwerk St. Georg posten.
    Bitte nutzen Sie weiter die Kommentar-Funktion für Ihre Rückmeldung. Ihre Fragen und Meinungen bündeln wir, arbeiten sie praxisnah auf und stellen die Hintergründe hier digital zur Verfügung. Wir wollen Ihnen damit die Arbeit erleichtern und dazu beitragen, dass sich der Nebel rund um das Bundes-Teilhabe-Gesetz weiter lichtet."

    Danke und viele Grüße

    Thorsten Garske
    Projektleitung / Quartiersnetzwerker